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EINE REISE ZUR UNSTERBLICHKEIT DER FOTOGRAFIE

Die erste verewigte Fotografie, das erste Selfie, das erste Foto auf dem Mond und die erste Digitalfotografie. Das ist ein Teil der Erzählung, die aus beinahe 2500  Werken besteht und auf den beinahe 2 000 Quadratmetern Fläche ausgestellt wird. Am 17. November 2016 beginnt in speziell für den Anlass instand gesetzten Räumen des Hauptbahnhofs in Wrocław PHOTOGRAPHY NEVER DIES – eine Fotoausstellung über Fotografie. Diese Exposition wollen bereits– noch vor der polnischen Premiere – die besten Museen aus Moskau und Hamburg bei sich haben.

Es laden Visuelle Künste der Europäischen Kulturhauptstadt Wrocław 2016 ein.
Die Ausstellung ist in acht Kapitel geteilt. Unter ihnen: Ikonen der Weltfotografie neben künstlerischen Projekten, Abzügen aus privaten Archiven und Fotos von Internetportalen.  – Ich habe Künstler eingeladen, die über Fotografie als Medium erzählen und die Thematik metaphorisch betrachten. Diese Projekte erzählen über Fotografie selbst und beantworten die Frage: was ist Fotografie und wie hat sie sich in den letzten 170 Jahren verändert - erklärt Krzysztof Candrowicz, der Ausstellungskurator.

VON DER REINTERPRETATION DER IKONEN ZUM ZEUGNIS DES LEBENS NACH DEM TOD
Photography Never Dies bedeutet 8 künstlerische Überblicksprojekte mit der Beteiligung von 10 Künstlern aus 6 Ländern. Zu den interessantesten gehören Arbeiten des Duos Jojakim Cortis & Adrian Sonderegger, die in ihrem schweizerischen Atelier eine spezielle Szenographie aufgebaut und die berühmtesten Fotos, angefangen mit dem Blick aus dem Fester von Nicéphore Niépce von 1827 bis zum brennenden  World Trade Center, einem Werk von John Del Giorno vom 11. September 2001 rekonstruiert haben. Eine starke Pointe  ist die Arbeit von Erik Kessels. Es ist eine persönliche Erzählung über den Tod seiner neunjährigen Schwester. Zum Zeugnis ihres Lebens wurde die letzte, im Album gefundene Fotografie. Diese nahm den Status einer Familienikone an. Erik verwendet dieses Foto in unterschiedlichen neuen Kontexten, wodurch seine Schwester – so der Glaube des Autors – ewig leben wird.

EINE DOSE EMOTIONEN STATT ENZYKLOPÄDISCHER ANALYSE
Während der Ausstellung werden auch Arbeiten von Francesca Serevalle gezeigt – der italienischen Kuratorin, die vor Jahren die so genannten „Meilensteine“ der Fotografie untersuchte. Die Projekte von Catherine Balet und Ricardo Martinez Paz sind metaphorische Erzählungen über den Weg, den die Fotografie zurückgelegt hat. Der scharfe Blick der französischen Künstlerin hat manchmal den Charakter einer Parodie, einer Groteske und des schiefen Spiegels. Speziell für die Ausstellung hat Balet neue Fotos vorbereitet, die aus Inspiration durch das Werk der Wrocławer Künstlerin, Natalia LL  und anderer polnischer Fotografen entstanden ist. Der französische Sammler Jean-Marie Donat hat einmalige Kollektionen historischer Fotos zusammengestellt, die er in Themenkategorien unterteilte. Dadurch, dass gefundene private Fotos zu Gruppen zusammengestellt wurden, bekamen sie neue Bedeutungen.  Hinz, ein bekannter deutscher Dokumentalist fotografierte ca. 50 Jahre lang verschiedene Künstler. Tom Stayte interessiert sich vor allem für die Rolle des Individuums in der gegenwärtigen Digitalkultur. Seine Installationen Face Book und #selfie sind suggestive Kommentare zur heutigen Rolle der Fotografie im globalen Tiegel. Es gibt auch einen polnischen Akzent: Artur Urbański setzte im Projekt Live View Ideen aus dem 19. Jh., die er aus romantischen Bildern von Caspar David Friedrich schöpfte, mit der aktuellen Art, wie Schönheit erlebt wird, zusammen.

ÜBER FOTOGRAFIE, DIE NIE STIRBT
Fast 99% der 2015 entstandenen Fotos wurden im Handyspeicher registriert. Angeblich machen wir jetzt innerhalb von 2 Minuten so viele Fotos, wie die gesamte Menschheit im 19. Jh.: - Ich machte eine Ausstellung, um eine Geschichte zu erzählen. Auch darüber, dass es nicht immer so war. Das wird eine Reise von den Zeiten der Fotografieerfindung an bis zu deren Unsterblichkeit sein. Selbst der Titel der Ausstellung Photography Never Dies ist eine einzige große Metapher. Es ist eine gewisse Selbstverständlichkeit, dass alles vergeht, im Transformationsprozess inbegriffen ist und auch verschwindet. Dieser Titel ist auch eine Hoffnung und zugleich Pointe zu dieser Geschichte. Eine Geschichte, die nicht nach Antworten auf die Frage sucht, was Fotografie in der Zukunft sein wird – erklärt Candrowicz.

Die Ausstellung Photography Never Dies ist eine symbolische Erzählung über die Geburt der Fotografie, deren Evolution und Werte, die sich in der Natur des Mediums verbergen. Das Projekt nahm die Form einer metaphorischen Illustration der Fotografiegeschichte innerhalb von 177 Jahren deren Bestehens an. Die Ausstellung ist kein Studium oder Analyse vom enzyklopädischen oder historischen Charakter, sie ist vor allem eine Reflexion darüber, welche Rolle die Fotografie in unserem Leben spielt.

Datum: 17. November 2016 – 31. Marz 2017

Ort: Galerie Wrocław Główny, Wrocław ul. Piłsudskiego 105

Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag, Sonntag: 11.00 – 19.00 Uhr, Donnerstag 13.00 – 21.00 Uhr

Tickets: ermäßigtes Ticket - 5 zł, normales Ticket - 8 zł, Familienticket (2 Erwachsene und bis 4 Kinder) – 16 zł, Gruppenticket – ab 10 Personen – jede Person zahlt 5 zł

Details:www.photographyneverdies.com / FB https://goo.gl/a5FT8t

                                                                                                                                                                            

Visuelle Künste im Rahmen des Programms der Europäischen Kulturhauptstadt Wrocław 2016 umfassen Ausstellungen, künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum, Bildungsmaßnahmen für mehrere Generationen zusammen, Workshops für Ausgegrenzte und sich selbst Ausschließende. Es ist auch Zusammenarbeit im Rahmen verschiedener Milieus in Wrocław, Projekte von Künstlern aus ganz Polen, die den öffentlichen Bereichen der Hauptstadt Niederschlesiens gewidmet sind und auch Werke größter internationaler Künstler, die in Kooperation mit polnischen und europäischen Institutionen präsentiert werden.

Kurator: Michał Bieniek                                                                                                                                    
Mehr Informationen:http://www.wroclaw2016.strefakultury.pl/dzialania-esk-sztuki-wizualne / www.facebook.com/esksztukiwizualne

 

 

Galerie

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