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The Living Room – ein Opus in der Darbietung des Thomas Richards

16.–18./06./2016 {Donnerstag-Samstag} 19:00 Uhr
Studio Na Grobli (Studio am Schutzdeich)
in englischer Sprache

Tickets: 25 zł

Kontakt: sekretariat@grotowski-institute.art.pl, Tel. +48 71 34 45 320
Bitte holen Sie Ihre bestellten Tickets zu dem bei der Buchung ausgemachten Termin im Sekretariat (Przejście Żelaźnicze) ab.

„The Living Room” ist ein Opus, das an die Idee der Kunst als Vehikel, das uns ins Hausinnere, dem Ort der Begegnung mit einem anderen Menschen versetzt, anknüpft. Ausgehend von der Grundtätigkeit, die wir im Wohnzimmer/Salon vornehmen, bemühen sich die Künstler zu erforschen, wie die Performancekunst unseren Alltag und zwischenmenschliche Beziehungen bereichern kann und wie sie sich selbst von diesen bereichern lassen kann. Was soll gemacht werden, damit unser Zimmer lebendig wird? Wie soll man mit dem Anderen so zusammen sein, dass alles, was alltäglich ist, nicht alltäglich, ungewöhnlich wird? In der Sphäre des Hauses hat der Zeuge eine Chance, nicht mehr anonym zu sein, er wird zur selbständigen Person, zum Gast. Während des Treffens spielt sich ein präzise konstruiertes Performanceereignis ab, ein Live-Strom der Handlungen auf der Grundlage der Arbeit mit traditionellen Liedern und Texten auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, was wir brauchen, um aufzuwachen, an sich selbst  und an den anderen Menschen, und die Welt gewendet.

 

Regie: Thomas Richards
Darsteller: Antonin Chambon, Benoit Chevelle, Bradley High, Guilherme Kirchheim, Jessica Losilla-Hébrail, Sara Montoya, Tara Ostiguy, Cécile Richards, Thomas Richards
Premiere: 2009, Pontedera, Włochy
Dauer: ca. 90 Minuten

 

Wir möchten die Zuschauer ermuntern, dass sie etwas zum Essen und Trinken mitbringen und das mit Anderen während der Aufführung teilen.  

 

 

Thomas Richards (Bachelor der Universität Yale, M.A. der Universität Bologna, Doktor der Université de Paris VIII) ist künstlerischer Direktor von Workcenter of Jerzy Grotowski and Thomas Richards. Er begann sein Praktikum bei Grotowski 1985. Zuerst arbeitete er als dessen Assistent, kurze Zeit später als Leader eines der Arbeitsteams, mit der Zeit als „essentieller Mitarbeiter“. Anschließend wurde Richards Direktor von Research Program on Performing Arts, das bei Workcenter in dem Kunst als Vehikel genannten Bereich umgesetzt wird. Er war Hauptautor und „Handelnder“ des Opus` „Downstairs Action”, das bei Workcenter in der Domäne Kunst als Vehikel realisiert wurde (aufgenommen aufs Filmband von Mercedes Gregory 1989), Autor und „Haupthandelnder“ bei” „Akcja (Aktion)” und Autor und „Handelnder“ bei Litera (Buchstabe), dessen erste Etappe den Titel „The Twin: An Action in Creation” trug. Zudem kommt seine Rolle als Mitregisseur der Werke „Zostało jedno tchnienie“ („Nur ein Atemzug ist geblieben“), „Zostało jedno tchnienie – dies irae“ („Nur ein Atemzug ist geblieben – dies irae“), „Dies irae”, „Dies irae – mój niedorzeczny show theatrum interioris“ („Dies irae – meine sinnlose Show Theatrum Interioris“) und des im Rahmen eines Projekts entstandenen Werkes „The Bridge: Developing Theatre Arts”, sowie als künstlerischer Direktor des Projekts „Tracing Roads Across” (2003–2006, Förderung im Rahmen des Programms Kultur 2000 der Europäischen Union) und des Programms „Horyzonty“ („Horizonte“) (Wrocław 2007–2009), das mit dem von ihm geführten Festival Zero Budget (2009) abgeschlossen wurde. Seit 2008 führt er bei Workcenter eine neue Gruppe, die unter dem Namen Focused Research Team in Art as Vehicle tätig ist. Aktuell führt er Regie und arbeitet am Opus „The Living Room” und „L’heure fugitive” (das erste Werk von Workcenter, das völlig auf Französisch umgesetzt wird) und an einem Werk anhand der Texte von Dostojewski unter dem Arbeitstitel „Podziemie: Odpowiedź Dostojewskiemu“  („Untergrund. Die Antwort an Dostojewski“), dessen Premiere während des Fringe-Festivals in Edinburgh im August 2016 stattfindet. Sein Eigen kann er bereits einige Bücher in verschiedenen Sprachen nennen, z.B. : „Pracując z Grotowskim nad działaniami fizycznymi“ („Als ich mit Grotowski an körperlichen Handlungen arbeitete“) (1993, polnische Ausgabe: Krakau 2003), „Punkt graniczny przedstawienia“ („Grenzpunkt der Aufführung“) (1997, polnische Ausgabe: Wrocław 2004) und „Heart of Practice: Within the Workcenter of Jerzy Grotowski and Thomas Richards” (2008).

Workcenter of Jerzy Grotowski (seit 1996 Workcenter of Jerzy Grotowski and Thomas Richards) entstand 1986 in Pontedera (Italien) aus Initiative von Jerzy Grotowski, Centro per la Sperimentazione e la Ricerca Teatrale (heute Fondazione Pontedera Teatro) und der Kalifornischen Universität in Zusammenarbeit mit Peter Brook (Centre International de Créations Théatrales) als Institut der permanenten Bildung für erwachsene Künstler. Dort führte Jerzy Grotowski in seinen letzten 13 Lebensjahren (bis zum Tod im Jahr 1999) performative Recherchen in der Domäne Kunst als Vehikel durch, bei der – wie im Fall einiger uralter Traditionen – künstlerisches Tun mit einer menschliches Innere hervorhebenden Einstellung einhergeht. Im Rahmen seiner Forschungen arbeitete Grotowski eng mit Thomas Richards zusammen, den er seinen „essentiellen Mitarbeiter” nannte. Danach fügte er dessen Namen dem Namen Workcenter bei. In diesen 13 intensiven  Jahren übergab Grotowski Richards die Frucht seiner Recherchen, gemäß seinen Worten - den „inneren Aspekt der Arbeit”.

Grotowski setzte Richards und Mario Biagini, das Schlüsselmitglied von Workcenter von Beginn an, als einzige Erben seines Werks ein, zu dem alle Schreiben des Künstlers gehören. Seit 1999 führen Richards und Biagini (entsprechend in den Funktionen des künstlerischen Direktors und des stellvertretenden Direktors von Workcenter) die von Grotowski initiierten Forschungen fort.

Ab der Saison 2007/2008 arbeiten im Rahmen von Workcenter zwei Teams: Focused Research Team in Art as Vehicle (Team der Zielrecherchen im Bereich der Kunst als Vehikel), geführt von Thomas Richards, und Open Program (Offenes Programm), unter der Leitung von Mario Biagini. Workcenter vereint 20 Künstler aus 10 Ländern und der Fokus seiner Aktvitäten liegt auf systematischer Suche im Bereich der performativen Künste („performing arts”). Workcenter legt großen Wert auf berufliche Entwicklung der Truppenmitglieder, versucht nach Möglichkeit ihnen bei der Entdeckung und Entwicklung ihrer kreativer Fähigkeiten zu helfen. Grotowski wollte es nie, dass seine Suche sich in dogmatische Praxis verwandelt. Ganz im Gegenteil, er betonte immer wieder die Notwendigkeit der Entwicklung. Bei Workcenter  tauchen neue Entdeckungen im Zuge der Handlungen, der unaufhörlichen Recherchen auf, die um einen Live-Kontakt zwischen den Generationen und dem gesammelten praktischen Wissen angereichert sind. Aktuell ist Workcenter beim Nationaltheater – der Stiftung Teatro della Toscana verankert.

Mehr Informationen auf: www.theworkcenter.org

Focused Research Team in Art as Vehicle entstand im Februar 2008 im Workcenter und funktioniert unter der Leitung von Thomas Richards im Bereich der Forschungen hinsichtlich der Kunst als Vehikel, die seit der Entstehung der Truppe das Schaffen von Handlungslinien, die anhand traditioneller Lieder bzw. unter deren Nutzung konstruiert werden, umfassen. Die Grundlage für Kunst als Vehikel ist die Suche nach der Art, wie performative Künste ein Werkzeug für die Änderung der Wahrnehmung und der Anwesenheit des Künstlers werden können, nach der Methode für das Erwecken subtiler Aspekte der Erfahrung unter der Nutzung geordneter Ströme des Handelns und der Lieder. Es sind   langfristige Forschungen, die von allen Disziplin und Opferbereitschaft erfordern, damit es möglich wird, die tiefsten Quellen der Teilnehmer zu erreichen und dies für den Zweck zu nutzen, welchen Grotowski und Richards „Energieverwandlung“ nannten. Kunst als Vehikel ist also ein Bereich, in dem der Schauspieler am reichen Potential des im momentanen Zeitpunkt enthaltenen Erfahrungsgutes arbeitet. Aktuell untersucht das Team das Phänomen, wie Vorstellungshandlungen, die in diesem Bereich der Praxis geboren sind, in Arbeiten leben können, welche unterschiedliche Einstellungen zum Theater beinhalten und auf unterschiedliche Art und Weise die Wahrnehmung der Außenbeobachter fesseln.

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